2. Januar 2018

Insektensterben, schwindende Streuobstwiesen und Feldränder

Was der BUND BV Marbach - Bottwartal dagegen tut und was jeder tun kann


Vom Thema Insektensterben hörten viele zum ersten Mal, als Prof. Peter Berthold vom Radolfzeller Max-Planck-Institut in der SWR-Landesschau davon sprach, dass Autoscheiben nicht mehr von toten Insekten verschmiert sind wie noch vor Jahren. Er berichtete weiter, dass 80 Prozent der
Pflanzen und Tiere, die um 1800 noch hier lebten, verschwunden sind.

Die industrielle Landwirtschaft hat Ackerbegleitkräuter und Feldbrüter zu historischen Randnotizen gemacht. Klatschmohn und Venusspiegel, Acker-Ritintertersporn und Wilde Tulpen sind kaum mehr zu finden. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Einsatz von Glyphosat zu, gegen dessen Verwendung wir in Marbach bereits zwei Demonstrationen durchgeführt haben.

Insekten finden hier keinen Nektar mehr und Vögeln fehlt die Nahrungsgrundlage. Lebende Rebhühner waren 2016 bei uns eine kurze Sensation. Und in vielen Privatgärten wird mehr Wert auf Ordnung und Sauberkeit gelegt als auf Blütenpracht und Artenvielfalt.

Genau hier können viele Menschen etwas tun gegen das Artensterben, das zu einem Markenzeichen unserer Zeit geworden ist. Blumenreiche Gärten, die 10 Monate im Jahr blühen, sind wie Inseln, die auch Schmetterlingen das Überleben retten. Der Schmetterling des Jahres 2018, der stark zurückgehende Große Fuchs, der auch auf unseren Streuobstwiesen fliegt, braucht schon im Spätwinter Nektar.

Wir vom BUND zeigen in Marbach, dass man auf offengelassenen Flächen wie am Steinheimer Weg artenreiche Blumenwiesen wiederbeleben kann:
Einmal schneiden mit dem Mähbalken oder sensen, wenn die ersten Gräser und Blumen geblüht haben und die Samen reif sind, Samen zwei Tage ausfallen lassen, Mähgut abräumen, damit die Nährstoffe aus der Fläche kommen und die lückige Wiese nicht verfilzt.
Zum Ende des Sommers noch ein zweites Mal mähen und nach wenigen Jahren tanzen Schachbrettfalter, Bläulinge und Taubenschwänzchen um die bunte Blütenpracht.
Auch unser Insektenhotel war nach zwei Jahren voll belegt und braucht keinen Zimmerservice. Die Wildbienen machen selber sauber.
In beiden Streuobstwiesen des BUND kann jeder mithelfen oder zusehen, wie die Arten wieder mehr werden.
Wichtig ist, nicht zu düngen, sondern das Schnittgut zu kompostieren.
Für den Laien erstaunlich ist der scheinbare Widerspruch, dass weniger Nährstoffe, also magere Böden, mehr Artenvielfalt ermöglichen. Wer mehr tun will, mäht nicht alles auf einmal, sondern mäht nur Streifen und lässt den Rest stehen, bis der gemähte Teil wieder zu blühen anfängt.

1. Mähen 1 – 2 (3) x jährlich (nicht mulchen!) mit Mähbalken oder Sense
   (nicht Rasenmäher)

2. Aussamenlassen, dann Mähgut abrechen
3. Mähgut kompostieren (ein funktionierender Kompost stinkt nicht)
4. Wiese nicht düngen, Gifte vermeiden: „PflanzenSCHUTZmittel“ sind Pflanzengifte,
    Herbizide und Insektizide!

Unser Wissen und unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter. Kommen Sie zu unseren Terminen, machen Sie mit oder nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Siehe auch Vortrag zum Thema „Ackerrandstreifen“ unserer Mitgliederversammlung 2018.

Was summt denn da?

Wenn es um Insekten geht, haben viele Menschen eher negative Assoziationen: Sie denken an stechendes, beißendes und saugendes „Ungeziefer“.

Dabei haben die Insekten in unserer Tier- und Pflanzenwelt ganz viele wesentliche Aufgaben:

Insekten bestäuben die Blüten und sind Nahrungsgrundlage für Vögel, Fische, Lurche, Kriechtiere, Fledermäuse und andere Säugetiere.

Ohne Insekten wäre auch das Leben zahlreicher Tiere und uns Menschen in Gefahr.

Biene im Rapsfeld. Foto: V. Dilk
Foto: V. Dilk

Zu den Insekten gehören so faszinierende Gruppen wie

Insgesamt gibt es in Mitteleuropa mehr als 30.000 Arten.


Allerdings leiden etwa Wildbienen, Schmetterlinge und Heuschrecken unter der Monotonie der Landschaft und der intensiven Bewirtschaftung unserer Wiesen und Felder.

Für die Libellen sind verbaute und überdüngte Bäche und Seen ein großes Problem,
... und spezialisierte Käfer finden in den ausgeräumten Wäldern zu wenig Totholz.

Der BUND setzt sich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft und für natürliche Wälder, Flüsse und Seen ein.

Der BUND BV Marbach - Bottwartal ist vor Ort aktiv:

  • Wir betreuen, sichern und setzen uns für wichtige Lebensräume ein, die die Insekten-Vielfalt erhalten.

    So unterhalten wir ein „Insektenhotel“ am Steinheimer Weg, pflegen diverse Schmetterlings- und Heuschreckenwiesen und setzen uns für die Renaturierung von Gewässern ein.

_________________________________________________________________________



Ihre Spende hilft.

Suche

Unsere Facebook-Seite

Die Karte zeigt den Zuständigkeitsbereich des BUND BV Marbach-Bottwartal
In diesen Gemeinden engagieren wir uns für Umwelt und Natur
2019 Jahresprogramm des BUND BV Marbach-Bottwartal
  • allen Aktivitäten
  • Exkursionen
  • Hinweisen zu den Pflegeaktionen

  • Schwerpunktthema: Der Schachbrettfalter, schwindende Artenvielfalt bei Schmetterlingen und Insekten
    Was wir tun und was jeder tun kann ...
Handysammlung für die Arbeit des BUND vor Ort!

Der Erlös kommt dem regionalen Naturschutzprojekt "Wildkatzenkorridor" zu Gute.

     Sammelboxstandorte:

STREUOBSTWIESENBÖRSE

Streuobstwiesen prägen das Gesicht unserer Landschaft & sind ein wichtiger und artenreicher Lebensraum!

>> zur Börse - Grundstücke und Dienstleistungen

>> weitere interessante Informationen rund ums Streuobst


Logo des Naturtagebuch mit Manfred Mistkäfer

In jedem Jahr veranstaltet die BUNDjugend den Landes- & Bundeswettbewerb Naturtagebuch für junge Naturforscher im Alter von 8-12 Jahren.

Als Mitglied unterstützen wir die Anliegen des Vereins!

Logo des Vereins für Gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg - Rems-Murr e.V.
Landschaftserhaltungsverband des Landkreis Ludwigsburg e.V. (Logo mit Link)

"Brückenbauer zwischen Mensch und Natur"

Der BUND Kreisverband setzt sich im LEV aktiv für den Erhalt unserer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft ein, zum Wohle all seiner Bewohner!

Fragen, Anregungen, Hinweise auf Fehler


Bitte kontaktieren Sie uns